Allgemein Heckenpflanzen

Buchsbaumzünsler – So retten Sie Ihren Buchsbaum

Der Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis) ist ein noch relativ neuer Schädling in Europa, dessen gefräßige Raupen sich über den Buchsbaum (Buxus sempervirens) hermachen. Ein Befall mit dem Buchsbaumschädling kann dem Buxus massive Schäden zuführen oder sogar das vollständige Absterben der Pflanze zur Folge haben. Mit verschiedenen Maßnahmen können Sie Ihren Buchs retten. Wichtig ist jedoch, den Buchsbaumzünsler-Befall möglichst frühzeitig zu erkennen.

Was ist der Buchsbaumzünsler?

Es handelt sich um einen Kleinschmetterling, der seine Heimat in den ostasiatischen Ländern hat. Erstmals wurde in Deutschland der Raupenbefalls im Jahre 2006 gemeldet. Seither breitet sich der Schmetterling in Europa invasiv aus. Der Falter hat eine Flügelspannweite zwischen 40 und 45 Millimeter. Körper und Flügel sind weiß. Der Falter ist von einer auffälligen braunen Umrandung gekennzeichnet. Einige Exemplare sind vollständig braun gefärbt. Nach der Ausbildung zum Falter lebt der Schädling etwa 8 Tage, um seine Eier im Buchsbaum abzulegen.

Buchsbaumzünsler fliegen zwar nicht nur Buchsbäume an. Jedoch erfolgt die Eiablage ausschließlich an Buchsbäumen. Die Raupen spinnen sich zum Überwintern in dichte Kokons ein. Dazu verkleben sie meist mehrere Blätter, sodass eine schützende Hülle entsteht. Sobald im Frühling das Thermometer die 7°C Marke erreicht, beginnen die Raupen des Buchsbaumzünslers mit der Verpuppung und durchlaufen ca. 7 Larvenstadien, bis sie sich zum Falter entwickelt haben.

Schäden am Buchsbaum – typische Anzeichen für Buchsbaumzünsler-Befall

Meist sind es die ersten Symptome des Buchsbaums, die auf einen Schädlingsbefall hinweisen. Das Laub des Buxus hellt auf und bei genauerem Hinsehen sind Fraßspuren am Blattwerk mit dem Auge gut zu erkennen. Kann der Schädling sich unbemerkt an der Buchsbaumpflanze ausbreiten, fällt die Raupe auch über grüne Zweige und Rinde her. Übrig bleiben nur Blattrippen oder Blattstiele. Wird der Pflanzenschädling nicht frühzeitig bemerkt und erfolgreich bekämpft, sterben die Triebspitzen und später der gesamte Buchs ab.

Befall erkennen: Auffällige Gespinste am Buchsbaum

Kontrollieren Sie zwischen März und Oktober mehrmals und regelmäßig Ihre Buchsbäume im Garten. Stellen Sie aufhellende Blätter an Ihrem Buxus fest, untersuchen Sie die ganze Pflanze nach weiteren Hinweisen auf den Buchsbaumzünsler. Da die Raupe sich hauptsächlich im Inneren des Buchsbaums auffällt, sollten Sie die einzelnen Zweige des Buchs auseinanderschieben, um auch dort zu kontrollieren. So erkennen Sie den Schädling.

Wie sieht die Buchsbaumzünslerraupe aus?

Die Raupe des Buchsbaumzünslers hat je nach Alter eine Körperlänge von 3 bis 5 Zentimeter. Der Körper ist im oberen Bereich dunkelgrün, weiß und schwarz gefärbt sowie schwarz gepunktet. Das Unterteil ist hellgrün und gelblich-grün. Am Körper trägt die buchsfressende Raupe weiße Borsten. Auffällig ist die schwarze Kopfkapsel, an der diese Raupengattung zuverlässig erkannt werden kann.

Linsenförmige Eier an der Blattunterseite

Bei der Eiablage legt der Buchsbaumzünsler ca. 20 orangefarbene und linsenförmige Eier an die Blattunterseite. Entdecken Sie diese charakteristischen Gelege, sollten die betroffenen Buchsbaumblätter entfernt werden, um die Schlupf zu verhindern.

Gespinster & Kotkrümel

Der Buchsbaumzünsler überzieht den Buchsbaum mit einem Gespinst, das die komplette Pflanze umspinnen kann. Innerhalb des Gespinstes und unterhalb der Pflanze hinterlassen die Buchsbaumzünsler helle, olivfarbene Kotkrümel.

Wie wird man den Buchsbaumzünzler los?

Das Absammeln der gefräßigen Raupen von Buchsbäumen sollte zwar erfolgen. Doch dies genügt in der Regel nicht, um den Buchsbaumschädling unschädlich zu machen. Zwar fressen einige heimische Vögel die Raupe. Allerdings sind innerhalb Europas keine natürlichen Fressfeinde des Buchsbaumzünslers bekannt, sodass die Ausbreitung sehr zügig voranschreitet. Daher kommen folgende Bekämpfungsmethoden in Betracht, die so früh wie möglich aufgenommen werden sollten.

Achtung: Befallene Buchsbäume sollten zurückgeschnitten werden. Abgesammelte Raupen, Puppen, Kokons und Schnittgut sollten vernichtet bzw. luftdicht in Plastiksäcke verpackt und über den Restmüll entsorgt werden. Das Schlüpfen der Schmetterlinge ist auch noch nach dem Pflanzenschnitt möglich. Informieren Sie Ihre Nachbarn, damit auch die Anrainer die Ausbreitung des Pflanzenschädlings verhindern können.

Insektizid Bacillus thuringiensis gegen den Buchsbaumzünsler

Bacillus thuringiensis weist eine biologische Wirksamkeit gegen den Buchsbaumschädling auf. Die Anwendung muss jedoch zeitlich optimal auf das Entwicklungsstadium abgestimmt werden. Die Wirkung kann sich nur ausreichend entfalten, wenn die Buchsbaumzünslerraupen mit dem Fressen beginnen. Ein solches Präparat kann effizient in Kombination mit einer Buchsbaumzünsler-Falle mit Sexualhormonen angewandt werden. Die Falle ist täglich zu kontrollieren. Steigt die täglich eingefangene Menge plötzlich, sollte ab diesem Tag etwa 7 bis 10 Tage später das Bacillus thuringiensis Präparat gespritzt werden, um die frisch geschlüpften Raupen besonders wirksam zu bekämpfen. Nach einer weiteren Wartezeit von 7 bis 10 Tagen wird ein zweites Mal der Buchsbaum mit dem Bakterium gründlich gespritzt.

Zugelassene Wirkstoffe zur Bekämpfung des Buchsbaumzünsler

Bei der Bekämpfung des Fraßschädlings können darüber hinaus Produkte zur Schädlingsbekämpfung gegen fressende Schmetterlingsraupen eingesetzt werden, die den Wirkstoff Thiacloprid enthalten. Möglich sind auch Behandlungen mit den Wirkstoffen Piperonylbutoxic und Pyrethrine. Gegen noch junge Raupen kann der Wirkstoff Azadirachtin hilfreich sein. Bei der chemischen Schädlingsbekämpfung werden nur Raupen und Schmetterlinge erreicht, die in Berührung mit dem Mittel kommen. Larven in Gespinsten, die im inneren Dickicht des Buchsbaums sitzen, bleiben oftmals verschont und können dem Buchs weiteren Schaden zufügen.

Buchsbaum vorsorglich gegen Raupenbefall schützen

Eine wirksame Vorbeugung gegen den Buchsbaumzünsler bei noch nicht befallenen Buchsbäumchen ist das Umspannen der Pflanze mit einem engmaschigen Netz. So lässt sich die Eiablage durch die Falter vermeiden. Das feine Netzgewebe muss jedoch frühzeitig um die Pflanzen gehüllt werden – bevor die frühlingshaften Temperaturen 7°C erreichen. Das Netz muss bis in den Herbst hinein am Buxus verbleiben, bis die Temperaturen unter 7°C fallen und die Raupen sich zum Überwintern verpuppen.